Die Geschichte der Schule geht zurück auf das Jahr 1733 und ist eng mit der Kirche verknüpft.

Die älteste im Hessischen Staatsarchiv in Wiesbaden aufbewahrte und Mitteilungen über die Schule enthaltende Urkunde, bildet eine Pfarrechnung von 1733, aus der hervorgeht, daß das Prediger- und Schullehreramt organisch miteinander verbunden war. In der Urkunde steht auch, daß Himmighofen von ,,unendlichen Zeiten ein Schul ohne Filial hatte.“ Für den Schuldienst erhielt der Pfarrer zusätzlich an Besoldung: Im Winterhalbjahr 30 Kreuzer, im Sommerhalbjahr 15 Kreuzer und ein Karren Holz, für jedes Kind. Zu der Zeit gingen 28 Kinder in die Schule. Für Leichengesang eines Erwachsenen 20 Kreuzer und 4 Weck, bei einem Kind 20 Kreuzer.

Als im Jahr 1788 der damalige Pfarrer beim Konsistorium den Antrag stellte, einen besonderen Schuldiener (Lehrer) anzustellen, legte die Gemeinde entrüstet Widerspruch ein. Aus einem dicken Packen Schriften geht hervor, daß der Schultheiß und die Schäften beim Konsistorium vorsprachen und anhand von Vermögensaufstellungen der Dorfbewohner nachweisen wollten, daß die Gemeinde keinen zusätzlichen Schullehrer besolden könne. Die Gemeinde wurde aber gezwungen einen Lehrer anzustellen und solange keine Schule gebaut sei, dem Lehrer ,,eine schickliche‘ Wohnung zu beschaffen und ein Haus zu mieten, in dem der Unterricht erteilt werden kann. Die Stelle wurde mit dem Lehrer Johannes Heinrich Kröck besetzt. An Besoldung wurde vorgesehen: Von jedem Gemeindeglied 2 Simmer Korn, von jedem Schulkind 40 Kreuzer und ein Karren Holz. Drei Morgen Gemeindetrischer als Ackerland und 219 Ruten Wiesen, von jedem Ausmärker eine Garbe aus dem Kornfeld, an Akzidenzien (Sonderzahlungen) bei Hochzeiten 30, bei Kindtaufe 10, bei Beerdigung eines Erwachsenen 30 und bei Beerdigung eines Kindes 20 Kreuzer.

Die Gemeinde verweigerte dem Lehrer das Ackerland und auch die Wiesen. Lehrer Kröck verklagte die Gemeinde auf Herausgabe des Feldes und er bekam sie auch vom Gericht zugesprochen. Der Lehrer klagte auch gegen Gemeindebewohner die ihm das Schulgeld nicht zahlten. In einem Brief heißt es: Der Schulmeister zu Himmighofen hat dem Anschein nach ein hitziges Temperament, denn kaum ist er angestellt, so klagt er gegen die ganze Gemeinde und damit auch zugleich auf die unverschämteste Weise gegen unschuldige Eltern. Erst 1792 entschloß man sich, ,,auf strengen Befehl“ zum Neubau einer Schule. Das Schulhaus war so klein, daß das Schulzimmer zugleich das Wohnzimmer des Lehrers bilden mußte.

Für den Lehrer wurde es erst besser als 1810 dem amtierenden Pfarrer Wagner die Pfarrstelle zu Niederwallmenach zugewiesen wurde. Auf Antrag wurde dem Lehrer das Pfarrhaus zur Wohnung angewiesen, nicht zuletzt aus dem Grund, daß der Pfarrer ein Absteige- und Wärmequartier habe. Denn der mußte die Pfarrei Himmighofen von Niederwallmenach aus mitversorgen. Die Lehrgegenstände betrafen Lesen, Religion und etwas Schreiben und Rechnen. An Lehrbüchern hatten die Kinder Bibel, Gesangbuch und Luthers Kateschismus. Methodisch wurde bei dem Unterricht nicht verfahren. Die Schustunden lagen von 7 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 3 Uhr nachmittags. Mittwochs und samstags nur von 7 bis 10 Uhr. Die Schule dauerte den Winter über bis in die Woche nach Ostern. Dann nahm die Sommerschule mit 9 Stunden in der Woche ihren Anfang und endigte mit dem Johannistag (29. September). Eine neue Epoche für die Schulen begann, nachdem das Land zum Herzogtum Nassau wechselte, mit einem grundlegenden Edikt vom 24.3.1817. Die Schulbezirke wurden neu gebildet, die Lehrgegenstände genau bestimmt, eine Schulordnung abgefaßt und die Schulen unter Aufsicht von Schulinspektoren gestellt. Es erfolgte auch eine Besserstellung der Lehrer. Das Stelleneinkommen zu Himmighofen wurde wie folgt festgesetzt: Feste Besoldung 190 Gulden, freie Wohnung 20 Gulden, Schulland 30 Gulden und als Glöckner 68 Gulden. Zusammen 308 Gulden.

Im Zusammenhang mit der Schulorganisation wurde das seither zu Ruppertshofen gehörende Casdorf mit der Schule zu Himmighofen vereinigt. Die Schülerzahl schwankte in den folgenden Jahren zwischen 65 und 100 Kindern. Die Verbindung bestand bis zum Jahr 1860, als die Gemeinde Casdorf die Erlaubnis zur Einrichtung einer eigenen Schule erhielt. Nachdem man 1861 eine Schulscheune gebaut hatte, war auch das alte Schulhaus baufällig geworden und man beschloß eine neue Schule zu bauen. Der Grundstein wurde am 22.7.1867 gelegt. Durch einen großen Schulsaal, eine größere Lehrerwohnung und einen Gemeindesaal, bedeutete das eine nicht zu unterschätzende Verbesserung. Am 6.10.1868 nach dem Nachmittagsunterricht, erfolgte der Umzug in die neue Schule. Der Schulsaal war ein großer heller Raum, der die gesamte Breite des Schulgebäudes einnahm. In zwei Reihen standen die Bänke, die durch einen Mittelgang getrennt waren. Auf der einen Seite saßen die Mädchen auf der anderen die Buben. An der Stirnseite stand die große Tafel, die man umdrehen konnte. Auf der einen Seite zum Schreiben, auf der anderen zum Rechnen. Auch die Rechenmaschine mit den verschiebbaren Kugeln stand dort. In der Mitte hing entweder die Karte vom Kreis St. Goarshausen, oder nach Bedarf die Deutschland, die Weltkarte, bzw. die nördliche und südliche Halbkugelkarte. 1936 wurde das Schulhaus außen und innen renoviert.

Im Schulsaal wurden die Schreibpulte mit den starren Sitzen, gegen Pulte für drei Kinder mit Klappsitzen ausgetauscht, sodaß die Kinder beim Aufstehen nicht mehr aus der Bank herauszutreten brauchten. In den Jahren besuchten zwischen 40 und 50 Kinder die Schule.

Gegen Ende des II. Weltkrieges kamen ausgebombte und evakuierte Familien aus den Städten mit ihren Kindern nach Himmighofen. Die Schülerzahl stieg bis auf 70 Kinder. Durch zusätzlich aufgestellte Bänke, wurde der Raum eng. Nach Ende des Krieges kamen viele Flüchtlingsfamilien in unser Dorf, deren Kinder nicht nur die Schule, sondern auch mit ihren Familien die Häuser überfüllten. Es wurde damals eng zusammengerückt, um alle unterzubringen.

Ausgangs der füntziger Jahre hat die Gemeinde die Schulscheune umgebaut und im Obergeschoss einen weiteren Schulsaal eingerichtet. Im Erdgeschoß eine Tailettenanlage und für den Lehrer eine Garage. 72 Kinder gingen in die Schule. In dem neuen Schulsaal unterrichtete eine Lehrerin die Kinder der Unterstufe, im alten Schulsaal der Lehrer die Kinder der Oberstufe.

1967 wurden im Land die Zwergschulen, wie die meist einklassigen Schulen auf dem Land genannt wurden, aufgelöst. So auch die Schule zu Himmighofen. Seitdem werden die Kinder mit Schulbussen in die Mittelpunktschule des Schulverbandes Miehlen gefahren. Nach Gründung der Verbandsgemeinde wurde in Nastätten ein Schulgebäude für eine Haupt- und Realschule gebaut. Danach wurde die Schule in Miehlen nur noch Grundschule, die die Kinder aus der ganzen Verbandsgemeinde besuchten. Nach Nastätten fuhren dann alle Kinder der Klassen 5 bis 9 oder zur Realschule.

1977 wurde das Schulgebäude in Himmighofen abgerissen und an dessen Stelle das Dortgemeinschaftshaus gebaut. Damit ging die mehr als 250 jährige Geschichte der Schule zu Himmighofen zu Ende.

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                     Die ehemalige Schule von Himmighofen.

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Himmighofen ist ein Dorf auf den Höhen des Taunus, eingebettet zwischen Lahn und Rhein, eine Gemeinde mit ca.320 Einwohner. # 318(2017) / 380(2002).
Mit insgesamt 32 Ortsgemeinden zählt Himmighofen zur Verbandsgemeinde Nastätten. Unser ländlicher Raum wird auch das “Blaue Ländchen” genannt, Blaufärbereien von Tücher und Tuchgarn waren hier ansässig.
[Das Blaufärben von Tuchgarn und Tücher war im Mittelalter neben der Landwirtschaft und Tierhaltung bis Ende des 19. Jahrhundert als Erwerbsgrundlage in unserer Gegend beheimatet] Himmighofen befindet sich geografisch nur wenige Kilometer von der Loreley bei St. Goarshausen am Rhein entfernt.

 Letzte Änderung am 24.03.2014

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Himmighofen blüht
Hallo liebe Naturfreunde oder die es werden wollen, wir wollen gemeinsam mit euch unser Dorf zum blühen bringen.
Aber wie soll das gehen?
Hier die Lösung:
Alle die Spaß daran haben, besonders angesprochen sind die Kinder und Jugendliche aus unserem Dorf. Ihr bekommt vom Ortsbürgermeister Sonnenblumenkörner, diese werden von euch in den Vorgärten bei eurem zuhause oder bei sonstigen netten Menschen ausgesät. Ihr pflegt diese und beobachtet die Sonnenblumen beim wachsen.
Es wäre auch schön wenn sich Erwachsenen an der Aktion beteiligen würden
Und in der Blütezeit dieser Sonnenblumen wird ein Komitee diese besichtigen und bewerten.
Nach Auswertung dieser Aktion, wird die schönste Blüte, die kreativste Anlage bewertet und es werden hierfür Preise auf euch warten.
Holger Breithaupt
(Ortsbürgermeister)